|
Kurzkommentar
Eine der größten Belastungen in der Altenarbeit ist die häufige Begegnung mit Sterben und Tod. Dabei stoßen wir oft an die Grenzen unserer eigenen Handlungsmöglichkeiten. Eigene Betroffenheit, Unsicherheiten, manchmal auch Unwissenheit machen es uns schwer, dem Sterbenden in seiner besonderen Lebenslage gerecht zu werden. Dies gilt in besonderer Weise in der Sterbebegleitung von demenzerkrankten alten Menschen. Es ist davon auszugehen, dass der sterbende demenzerkrankte Mensch seine Situation intuitiv erfaßt. Dies kann einhergehen mit Angst, die sich in aggressivem Verhalten, in Unruhe und einem erhöhten Muskeltonus zeigt. Ein häufig zu beobachtendes Phänomen ist die geistige Klarheit eigentlich demenzerkrankter Menschen kurz vor dem Tod. Bei einer dementiellen Erkrankung leiden zuerst das Gedächtnis und später weitere kognitive Fähigkeiten. Seele und Gefühle jedoch bleiben erhalten. Der demenzerkrankte sterbende Mensch ist nicht fähig, seine Biografie aufzuarbeiten und eine Bewertung seines Lebens vorzunehmen. Ebensowenig ist er in der Lage, sein Schulderleben und die versäumten Augenblicke in seinem Leben zu erfassen. In der Sterbebegleitung mit dementiell Erkrankten muß deshalb die Kommunikation mehr auf der emotionalen als auf der verbalen Ebene stattfinden. Neben der Palliativpflege und Biografiearbeit sind deshalb Basale Stimulation und eine validierende Gesprächsführung von besonderer Bedeutung.
Die Beschäftigung mit diesem häufig ausgeklammerten Thema soll helfen, mehr Sicherheit und Entlastung zu erfahren.
In der Fortbildungsveranstaltung werden u.a. folgende Themen angesprochen:
- Gesellschaftlicher Umgang mit Sterben und Tod.
- Warum gibt es Vergänglichkeit? Nachdenken über die Endlichkeit des Lebens.
- Situation und Bedürfnisse von demenzerkrankten sterbenden Menschen.
- Bedingungen für eine angemessene Sterbebegleitung.
- Wie kommuniziere ich mit Demenzerkrankten?
- Validierende Umgansformen in der Sterbebegleitung.
- Basale Stimulation als Gestaltungselement interpersonaler Kommunikation.
- Abschiednehmen in Würde. Vom Sinn der Rituale.
- Trauer und Trauerbegleitung.
- Wie kann ich Trost und nachhaltige Hilfe leisten?
Zielgruppe: offen für alle Interessenten Methodik: Vortrag, Diskussion, Erfahrungsaustausch, Videofilm Referent: Herr Dr. Wolfgang Kramer, Soziologe, Philosoph, Geronto-Sozialtherapeut Teilnehmerzahl: maximal 20 Teilnehmer Zeit: Montag, den 24. Oktober 2011 in der Zeit von 08.30 bis 15.30 Uhr Ort: Institut für Weiterbildung in der Alten- und Krankenpflege - IWK–Potsdam, Fritz-Zubeilstr. 10 14482 Potsdam-Babelsberg Tel.: 0331 / 719 247 www.i-w-k.de
dieselbe Fortbildung als zweitägige Veranstaltung auch bei:
Ort: Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Bonhoefferweg 1, 16321 Berlin - Anmeldung unter: 03338 / 66 409 Zeit: Fr., 09.12.2011 bis Sa., 10.12.2011, jeweils in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr |